Vorschau

HERZLICHE GLÜCKWÜNSCHE: Einladung zum Theatertreffen 2020

Wir freuen uns, dass durch Mittel aus dem Bündnis internationaler Produktionshäuser zwei Produktionen realisiert werden konnten, die nun zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurden: „Chinchilla Arschloch, waswas…“ von Rimini Protokoll / Helgard Haug (Künstlerhaus Mousonturm / HAU Hebbel am Ufer) und „Kränkungen der Menschheit“ von Anta Helena Recke (Kampnagel – Internationales Zentrum für schönere Künste, Mousonturm / HAU). „Tanz“ von Florentina Holzinger, bei der der Mousonturm koproduziert hat, ist ebenfalls eingeladen – somit sind drei von 10, zum Theatertreffen  eingeladenen Produktionen von Häusern, die Mitglied im #bündnis sind.

„Freie Szene und zeitgenössische Performance und Tanz gleichauf mit „herkömmlichem“ Schauspiel und großem deutschen Ensembletheater – das ist schon eine sich seit Jahren ankündigende Trendwende. Und immer mehr spannende, uns alle bereichende (und nicht beraubende! Höchstens mal atemberaubende) Grenzüberschreitungen und Kooperationen zwischen diesen Welten. Das macht es einfach spannender.“ Mathias Pees, Intendant Künstlerhaus Mousonturm


13.- 16.2.: Daniel Chelminiak: QUEER B-CADEMY @ Kampnagel

Teil 1: House of Hope Die QUEER B-CADEMY gründete sich 2018. Als Alternative zur A-Cademy kommt sie ohne binäre Kategorien von richtig und falsch, schlau und dumm, gut und schlecht oder normal und pervers aus, stellt andere Wissensformen und -vermittlungen ins Zentrum und erhebt Vielseitigkeit und Uneindeutigkeit zum wertvollsten Gut – jenseits eines Elite-Gedankens. Seither bietet sie queeren und mehrfach diskriminierten Menschen eine Plattform, einen Safer Space, der durch queere Kultur bestimmt wird und gleichzeitig allen Menschen den Zugang zu neuen Perspektiven ermöglicht. Mit der dritten Ausgabe HOUSE OF HOPE – dem ersten Teil der 2020 beginnenden TRILOGY OF TOMORROW – beginnt in der QUEER B-CADEMY eine visionäre Reise in die eigenen vier Wände.


14. und 15.2.: Louise Lecavalier / Fou glorieux, Stations @ tanzhaus nrw

In vier Stationen, die auf die zyklische Wiederkehr der vier Jahreszeiten oder die unendliche Weite der Himmelsrichtungen verweisen könnten, beschreitet sie ihren Weg als Solistin, immer auf der Suche nach einer eigenen, inneren Wahrheit. Mal in sich gekehrt, im nächsten Moment wie besessen, animalisch oder fluide – ihr Körper greift nach immer neuen Zuständen, als seien sie Nahrung für das schiere Überleben. Louise Lecavalier lässt einen Tanz entstehen, dessen schwindelerregende Kreisbewegung sich um einen festen Bezugspunkt dreht, dabei leicht und geistesgegenwärtig ist. Selbst findet sie darin eine Quelle weiblicher Kraft, die von den Klängen des Jazz-Saxofonisten Colin Stetson und weiteren Musiker*innen getragen wird.


19.2.: AG Praxen der Begegnung @ Kampnagel


20.2.: Der Geheime Salon 33-10-3402 & Luuk @ Künstlerhaus Mousonturm

Die musizierende Zahlenreihe 33-10-3402 aus Belgrad mit dem bürgerlichen Namen Nenad Marković addiert allerhand Klang zu hypnotischen Elektronik-Experimenten für die Tanzfläche. Zu hören gibt es diese nicht nur als Veröffentlichungen auf Labels wie L.I.E.S. und ESP Institute, sondern an diesem Abend auch in Form eines Live-Sets. Support erhält 33-10-3402 von Luuk, seines Zeichens DJ und Teil des neuen Teams im Frankfurter Gosu Plattenladen.


24. und 24.5.: Deborah Hay Animals on the Beach & my choreographed body … revisited @ Künstlerhaus Mousonturm

Deborah Hay zählt zu den einflussreichsten Choreografinnen der USA. Sie war Gründungsmitglied des legendären Judson Dance Theater in New York, das als kreative Brutstätte des Postmodern Dance gilt. Für Hay ist Tanzen ein permanenter Prozess des Lernens und Verlernens, der sie zwingt, ihre eigene Praxis immer wieder neu zu erfinden. Der Doppelabend mit zwei neuen Arbeiten bietet die Möglichkeit, die Vielfältigkeit dieser humorvollen Tanzrevolutionärin kennenzulernen. „Animals on the Beach“ wird von einem herausragenden fünfköpfigen Ensemble getragen, zu dem auch die ehemaligen Forsythe-Tänzer Tilman O’Donell und Christopher Roman zählen. Das umfassende Wissen dieses Ensembles tritt mit der Intimität und Stringenz von Hays Performancepraxis in einen filigranen Dialog. In ihrem Solo „my choreographed body … revisited“ folgt Hay ihrer fünfzigjährigen künstlerischen Praxis, die ihren Körper geformt und zutiefst choreografiert hat. Für Hay Grund genug, jetzt erstmals die Kompositionsstrukturen hinter sich zu lassen, die ihre Solos bisher prägten.


28. und 29.2.: Rabih Mroué / DANCE ON ENSEMBLE, Elephant & You should have seen me dancing Waltz @ tanzhaus nrw

In einem Doppelabend werden zwei Arbeiten des interdisziplinären, libanesischen Künstlers Rabih Mroué präsentiert, die er für das DANCE ON ENSEMBLE schuf. In dem Stück „Elephant“ bewegen sich die Tänzer*innen Ty Boomershine, Jone San Martin und Marco Volta im Dialog mit geometrischen Mustern, ergründen ihre Herstellung und verirren sich in ihnen. Beim Versuch, sich daraus zu befreien, werden der Wunsch nach Zweisamkeit und die kaum zu überwindenden Hürden der Einsamkeit deutlich spürbar. „You should have seen me dancing Waltz“ stellt die potenzielle Vieldeutigkeit von Tanz der behaupteten Eindeutigkeit von Schlagzeilen aus Tageszeitungen gegenüber. Wie beeinflussen Berichte über Gewalt, Katastrophen und politische Kämpfe den Körper der Tänzer*innen? Verändert eine Sprache der Gewalt die Bewegung sogar? Gemeinsam mit den Tänzer*innen verhandelt Rabih Mroué diesen kaum zu erfassenden Komplex auf eine sehr persönliche Weise.
DANCE ON ist ein Projekt, das den Erfahrungsschatz und das künstlerische Potenzial von Tänzer*innen über 40 Jahren auf einzigartige Weise erlebbar macht. Es wurde 2018 unter der Leitung von Ty Boomershine neu aufgelegt.


29.2.: Kick-Ass-Queereeoké @ Kampnagel

Geiz ist geil – so viel gab es schon im ersten Teil der HEILIGEN ZWIESPALT TRILOGIE zu erfahren. Hat aber voll den schlechten Ruf. Ehrgeiz hingegen gilt allgemein als der Schlüssel zum Erfolg schlechthin. Selbstoptimierung durch Tugend ist daher ein wichtiges Unternehmen. Das Schöne am Scheitern ist ja, dass es Spaß macht, den anderen dabei zuzugucken. Wie gut, dass man bei Kick-Ass-Queereeoké auch noch darüber singen kann!


1., 7. und 8.3.: Ingo Thoben, Meeting Stranges @ FFT Düsseldorf

Smartphones sind ein Teil von uns, denn wir sind ein Teil von ihnen: Auf ihnen sind Fotos, Videos, Musik und Erinnerungen gespeichert. Sie sind unser Gedächtnis in der Hand. Durch Krieg und Flucht wächst ihre Bedeutung noch mehr: Handys bezeugen Ereignisse und erinnern an ein Leben, das es so nicht mehr gibt. In einem Labyrinth treffen Besucher*innen auf jugendliche Performer*innen im FFT. Sie haben vor Kurzem ihre Heimat verlassen und aus dem audiovisuellen Material ihrer Mobiltelefone Storytellings entwickelt. Ingo Toben und sein Team führen eine Reihe von Theaterformaten fort, die in kollektiver Autorschaft mit jungen Migrant*innen entstehen und ungewohnte Begegnungen zwischen Performer*innen und Zuschauer*innen ermöglichen. Performance ab 14 Jahren.


5. – 7.3.: Anta Helena Recke: Die Kränkungen der Menschheit @ Kampnagel

Nach ihrer Schwarzkopie von Anna-Sophie Mahlers Inszenierung MITTELREICH, für die Anta Helena Recke 2018 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, setzt die ITI-Theaterpreisträgerin und Nachwuchsregisseurin des Jahres 2018 (Theater Heute) ihre kritische Auseinandersetzung mit dem noch immer vorwiegend weißen Kunstkanon fort. Ob die westliche Bevölkerung noch immer die Illusion einer überlegenen weißen Menschheit hege, ist eine der Ausgangsfragen für ihre neue Produktion „Kränkungen der Menschheit„, die im September 2019 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt und nun zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen wurde.


11. – 13.3. Barcamp, Hackathon und 14.3. Symposium: machina eX, Spiel & Objekt „Game on Stage“@ FFT Düsseldorf

Spiele sind das neue Theaterstück! Immer häufiger werden Zuschauer*innen zu Spieler*innen und erleben Theaterabende als Abenteuer, die sie selbst gestalten können. Das Theater wird zur virtuellen Realität. Künstler*innen und Gruppen entwickeln Strategien, um ihrem Publikum anders zu begegnen. Sie erzählen Geschichten auf neuartige Weise – nicht selten Geschichten über die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Digitalisierung. Damit öffnen sie das Theater für neue, jüngere „Spielgefährt*innen“, stellen es aber gleichzeitig vor große Herausforderungen. Im FFT treffen sich Expert*innen aus Deutschland, Österreich, Belgien und Russland, um drei Tage lang an der Schnittstelle zwischen Gaming und Theater zu arbeiten. Zum Abschluss sind alle eingeladen, bei einem Symposium in die Diskussion einzusteigen. Mit: machina eX, The Agency, PlayField (Belgien), pulk fiktion, Out of the Box, Impressario (Russland), Das Planetenparty Prinzip (Österreich), VOLL:MILCH und vielen anderen. In Kooperation mit machina eX und dem Studiengang „Spiel && Objekt“ der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. In englischer und deutscher Sprache.


19.3.: AG Solidarity Institutions @ HAU Hebbel am Ufer


20.3.: AG Digitale Transformation der Gesellschaft und Digitale Künste @ HAU Hebbel am Ufer


27.-29.3.: HYBRID @ HELLERAU

HYBRID wird in den nächsten Jahren als internationale Plattform, Festivalformat, Labor, Experimentier- und Diskursraum der Künste im Digitalen Zeitalter in HELLERAU etabliert. Im Fokus stehen vor allem internationale und lokale Künstler*innen und Kollektive, die Schnittstellen von Technologie, Wissenschaft, Philosophie und Gesellschaft erkunden, sichtbar machen, diskutieren und weiterentwickeln. Zentrale institutionelle Partner sind Ars Electronica (Linz), ZKM (Karlsruhe), Onassis STEGI (Athen), IRCAM (Paris), YCAM (Japan) und die GOETHE Institute. Die erste Ausgabe von HYBRID in Kollaboration mit dem internationalen Festival und Netzwerk MUTEK wird von kanadischen Electronic Sound und New Media Artists aktiviert. Außerdem werden u.a. gemeinsam mit THE CONSTITUTE (Berlin/Dresden), PYLON (Dresden), objekt klein a (Dresden) lokale Initiativen und Projekte im internationalen Diskurs präsentiert. Das Projekt HYBRID – Cutting Edge Canada ist Teil des Kulturprogramms von Kanadas Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2020. Es wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada.


12. bis 15.3.2020 AKADEMIE zeitgenössischer Theaterjournalismus MODUL 3 „Ökonomien & Perspektiven“ @Kampnagel


13. bis 16.3.2020 AKADEMIE für Performing Arts Producer #3, MODUL 2 @Künstlerhaus Mousonturm


3. und 4.4.: Interdisziplinärer Parkour der freien Szene in Sachsen @ HELLERAU

Einmal jährlich präsentiert HELLERAU an zwei Tagen im gesamten Haus künstlerische Positionen von freien Künstler*innen aus ganz Sachsen zu einem vorher festgelegten Thema. Gezeigt werden Arbeitsskizzen, Kurzstücke, Tryouts und kleinformatige Projekte unterschiedlicher Genres.


17. + 18.4.: Kainkollektiv + Compagnie Zora Snake „Est-ce un humain? / Ist das ein Mensch?“ @ FFT

Das kainkollektiv und die Compagnie Zora Snake aus Jaunde (Kamerun) öffnen einen unmöglichen Raum für eine unmögliche Frage: Ist das ein Mensch? In einem groß angelegten Performance-Ritual rufen sie historische und postkoloniale Dämonen auf den Plan und begeben sich auf den bebenden Boden einer verdrängten gemeinsamen Geschichte, die immer wieder Menschen zu Un- oder Übermenschen erklärt hat. Zwischen Performance und Musiktheater trifft die gewaltsame Kolonialgeschichte auf die fantastischen Möglichkeiten der Science Fiction. Aliens und Cyborgs schreiben die Geschichte neu und laden zur Entgrenzung von Körpern und Wahrnehmungen. Dabei wird die Frage nach dem Erbe des Kolonialismus zur Frage nach der Zukunft des Menschen.


23. bis 26.4. AKADEMIE für Performing Arts Producer #3, MODUL 3 @ HAU Hebbel am Ufer


7.-10.5.: Uncanny Valley von Stefan Kaegi/Rimini Protokoll @ HELLERAU


8.-10.5.: ON/LIVE 2020 – Das Theater der Digital Natives @ FFT Düsseldorf

Willkommen in der Zukunft. Willkommen im Jetzt. Wir lieben, spielen, arbeiten und protestieren ganz selbstverständlich online. Soziale Netzwerke sind unser zweites Zuhause. Und natürlich verändert sich auch das Theater einer jüngeren Generation, die die Welt genau so kennengelernt hat: Die Digital Natives bringen neue Erzählungen und Formen ein und verändern die Regeln des Spiels und des Zuschauens. Das Symposium ON/LIVE versammelt bereits zum fünften Mal Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft, Schule und Politik im FFT, um gemeinsam zu erforschen, wie wir uns in Zukunft im Theater begegnen. ON/LIVE bietet Workshops, Performances, Diskussionen und Lightningtalks.


13.-25.5. Erbstücke – Festival zu Erbe und Tradition in der zeitgenössischen Kunst #2 @ HELLERAU


10. bis 13.6.2020 CLAIMING COMMON SPACES III „Utopian Realness“ @ Kampnagel Hamburg