Vorschau

21.1.2020: Burning Futures: On Ecologies of Existence #2 Fossil Economies, Degrowth Ecologies @HAU Hebbel am Ufer

Warum sind wir so abhängig von fossilen Brennstoffen? Welche Rolle spielen sie in unseren wachstumsorientierten Volkswirtschaften? Was sind die Kräfte, die das aufrechterhalten, was wir “Business-as-usual” nennen? Das sind Leitfragen von Andreas Malm, Verfasser des Buchs “Fossile Economy”, über kapitalistisches Wachstum und fossiler Energiewirtschaft. Mit Andrea Vetter, Autorin von “Postwachstum – eine Einführung”, diskutiert er über die wirtschaftlichen Ursachen des Klimawandels und Handlungsoptionen.


23. bis 26.1.2020: AKADEMIE für Performing Arts Producer #3, MODUL 1 @PACT Zollverein


24. und 24.1.2020: Lisbeth Gruwez / Voetvolk, The Sea Within @ tanzhaus nrw

Lisbeth Gruwez, bekannt für ihre hochphysischen Inszenierungen, wendet sich mit „The Sea Within“ dem großen Ganzen zu. In einer für die belgische Choreografin charakteristisch klaren wie intensiven künstlerischen Handschrift entwickelt sie hier ein zeitgenössisches Ritual, in dem das „Wir“ das „Ich“ zu umarmen scheint. Lisbeth Gruwez zoomt jede der zehn außergewöhnlichen Tänzerinnen anfangs als individuelle Persönlichkeit an, löst sie aber im Verlauf von konzentrierten 70 Minuten in einer eindrucksvollen pulsierenden Landschaft auf. So erobern sich die Performerinnen den Raum, die Körper werden zu einer wogenden Skulptur und es entstehen magische Bilder von Verbindung und Zusammenhalt.


30.1.2020: Der Geheime Salon – Thomas Ankers mit & DJ Neewt (Berlin/Amsterdam/Frankfurt) @Künstlerhaus Mousonturm

Zu einer besonders klangintensiven Ausgabe dieses Geheimen Salons laden wir mit dem Soundkünstler Thomas Ankersmit ein. Mit den transzendentalen Geräuschen seines Serge Modular Synthesizers bespielt Ankersmit das Berghain genauso wie die Tate Modern und veröffentlicht auf Labels wie PAN und Touch. „Perceptual Choreography“, seine neueste Arbeit, die auf dem letztjährigen CTM-Festival uraufgeführt wurde, ist ein sonischer Tribut an Maryanne Amacher (1938–2009), eine der großen Pionierinnen der elektronischen Musik. Basierend auf ihrer Forschung zu psychoakustischen Phänomenen erschafft Ankersmit ein Klangereignis, das Hörgewohnheiten sprengt und die Ohren selbst zu Instrumenten werden lässt. Davor und danach sorgt DJ Neewt für den akustischen Ausgleich.


30.1. bis 2.2.2020: Sasha Waltz & Guests: RAUSCHEN @ Kampnagel

In ihrer neuen Produktion RAUSCHEN beschäftigt sich Sasha Waltz mit einer Gesellschaft, die sich immer mehr von sich selber zu entfernen zu scheint. In einer utopisch perfekten Kulisse, die einen scheinbar makellosen Lebensraum darstellt, scheint die wahre Welt abhandengekommen zu sein. Waltz deckt sie Schicht für Schicht wieder auf, in einer tiefgründigen Choreografie für zwölf TänzerInnen. RAUSCHEN überführt das digitale Rauschen zurück in ein analoges Miteinander auf der Bühne. Wie können sich die Körper auf der Bühne begegnen, in einen physischen Austausch treten und glatte, digitale Oberflächen in ihrer Abstraktheit zu fassen bekommen?


31.1. und 1.2.2020: Meg Stuart / Damaged Goods, VIOLET @PACT Zollverein

Die Tanzsaison wird mit einer Inszenierung eröffnet, die im Juli 2011 bei PACT uraufgeführt wurde: „VIOLET„, ein Meisterwerk der vielfach – u.a. mit dem Deutschen Tanzpreis und dem Goldenen Löwen der Venedig Biennale – ausgezeichneten Choreographin Meg Stuart. „VIOLET“ wurde im Folgejahr zur Tanzplattform eingeladen und wird seitdem durchgängig weltweit gezeigt – nach Stationen in 24 Ländern kehrt die Arbeit nun zu PACT zurück. Fünf TänzerInnen kreieren in „VIOLET“ eine Landschaft voller Energie – ein lebendiger Strudel, in dem sich kontinuierlich neue Möglichkeiten erschließen, bricht sich Bahn.


1.bis 3.2.: Paula Rosolen/Haptic Hide @ Künstlerhaus Mousonturm

Flaggen und Fahnen sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Sie markieren die Zugehörigkeit zu einem Fußballclub im Stadion oder repräsentieren eine Nation bei einem Staatsempfang. Auch wenn sich Menschen dank Satelliten und Breitbandnetzen nahezu in Echtzeit über große Distanzen verständigen können, Flaggen bleiben bei der Übertragung von Botschaften wichtig. Die Frankfurter Choreografin Paula Rosolen macht deshalb diese ignorierten Kommunikationsmittel zum Mittelpunkt ihrer neuen Arbeit. Sie überblendet unterschiedliche Gebrauchs- und Zeichensysteme von Flaggen und kreiert eine eigene Zeichensprache. Das Theater wird zum Experimentierfeld, in dem – Missverständnisse und Fehlleitungen inbegriffen – grundlegende Prinzipien der Kommunikation spielerisch erlebbar werden, gültig auch in Zeiten der Binärcodes.


5.2.: Institutioneller Rassismus Teil 5: Wohnen @ Kampnagel

Die Berliner Sozialwissenschaftlerin Emsal Kilic war mit ihrer vor gut zehn Jahren veröffentlichten bundesweit beachteten Studie „Diskriminierung von Migranten bei der Wohnungssuche“ eine der ersten, die sich in Deutschland mit Rassismus auf dem Wohnungsmarkt auseinandersetzte. Im fünften Teil ihrer Vortragsreihe skizziert sie die (institutionellen) Strukturen, die zu rassistischer Segregation in Städten und Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt führen.


13.- 16.2.: Daniel Chelminiak: QUEER B-CADEMY @ Kampnagel

Teil 1: House of Hope Die QUEER B-CADEMY gründete sich 2018. Als Alternative zur A-Cademy kommt sie ohne binäre Kategorien von richtig und falsch, schlau und dumm, gut und schlecht oder normal und pervers aus, stellt andere Wissensformen und -vermittlungen ins Zentrum und erhebt Vielseitigkeit und Uneindeutigkeit zum wertvollsten Gut – jenseits eines Elite-Gedankens. Seither bietet sie queeren und mehrfach diskriminierten Menschen eine Plattform, einen Safer Space, der durch queere Kultur bestimmt wird und gleichzeitig allen Menschen den Zugang zu neuen Perspektiven ermöglicht. Mit der dritten Ausgabe HOUSE OF HOPE – dem ersten Teil der 2020 beginnenden TRILOGY OF TOMORROW – beginnt in der QUEER B-CADEMY eine visionäre Reise in die eigenen vier Wände.


14. und 15.2.: Louise Lecavalier / Fou glorieux, Stations @ tanzhaus nrw

In vier Stationen, die auf die zyklische Wiederkehr der vier Jahreszeiten oder die unendliche Weite der Himmelsrichtungen verweisen könnten, beschreitet sie ihren Weg als Solistin, immer auf der Suche nach einer eigenen, inneren Wahrheit. Mal in sich gekehrt, im nächsten Moment wie besessen, animalisch oder fluide – ihr Körper greift nach immer neuen Zuständen, als seien sie Nahrung für das schiere Überleben. Louise Lecavalier lässt einen Tanz entstehen, dessen schwindelerregende Kreisbewegung sich um einen festen Bezugspunkt dreht, dabei leicht und geistesgegenwärtig ist. Selbst findet sie darin eine Quelle weiblicher Kraft, die von den Klängen des Jazz-Saxofonisten Colin Stetson und weiteren Musiker*innen getragen wird.


20.2.: Der Geheime Salon 33-10-3402 & Luuk @ Künstlerhaus Mousonturm

Die musizierende Zahlenreihe 33-10-3402 aus Belgrad mit dem bürgerlichen Namen Nenad Marković addiert allerhand Klang zu hypnotischen Elektronik-Experimenten für die Tanzfläche. Zu hören gibt es diese nicht nur als Veröffentlichungen auf Labels wie L.I.E.S. und ESP Institute, sondern an diesem Abend auch in Form eines Live-Sets. Support erhält 33-10-3402 von Luuk, seines Zeichens DJ und Teil des neuen Teams im Frankfurter Gosu Plattenladen.


24. und 24.5.: Deborah Hay Animals on the Beach & my choreographed body … revisited @ Künstlerhaus Mousonturm

Deborah Hay zählt zu den einflussreichsten Choreografinnen der USA. Sie war Gründungsmitglied des legendären Judson Dance Theater in New York, das als kreative Brutstätte des Postmodern Dance gilt. Für Hay ist Tanzen ein permanenter Prozess des Lernens und Verlernens, der sie zwingt, ihre eigene Praxis immer wieder neu zu erfinden. Der Doppelabend mit zwei neuen Arbeiten bietet die Möglichkeit, die Vielfältigkeit dieser humorvollen Tanzrevolutionärin kennenzulernen. „Animals on the Beach“ wird von einem herausragenden fünfköpfigen Ensemble getragen, zu dem auch die ehemaligen Forsythe-Tänzer Tilman O’Donell und Christopher Roman zählen. Das umfassende Wissen dieses Ensembles tritt mit der Intimität und Stringenz von Hays Performancepraxis in einen filigranen Dialog. In ihrem Solo „my choreographed body … revisited“ folgt Hay ihrer fünfzigjährigen künstlerischen Praxis, die ihren Körper geformt und zutiefst choreografiert hat. Für Hay Grund genug, jetzt erstmals die Kompositionsstrukturen hinter sich zu lassen, die ihre Solos bisher prägten.


28. und 29.2.: Rabih Mroué / DANCE ON ENSEMBLE, Elephant & You should have seen me dancing Waltz @ tanzhaus nrw

In einem Doppelabend werden zwei Arbeiten des interdisziplinären, libanesischen Künstlers Rabih Mroué präsentiert, die er für das DANCE ON ENSEMBLE schuf. In dem Stück „Elephant“ bewegen sich die Tänzer*innen Ty Boomershine, Jone San Martin und Marco Volta im Dialog mit geometrischen Mustern, ergründen ihre Herstellung und verirren sich in ihnen. Beim Versuch, sich daraus zu befreien, werden der Wunsch nach Zweisamkeit und die kaum zu überwindenden Hürden der Einsamkeit deutlich spürbar. „You should have seen me dancing Waltz“ stellt die potenzielle Vieldeutigkeit von Tanz der behaupteten Eindeutigkeit von Schlagzeilen aus Tageszeitungen gegenüber. Wie beeinflussen Berichte über Gewalt, Katastrophen und politische Kämpfe den Körper der Tänzer*innen? Verändert eine Sprache der Gewalt die Bewegung sogar? Gemeinsam mit den Tänzer*innen verhandelt Rabih Mroué diesen kaum zu erfassenden Komplex auf eine sehr persönliche Weise.
DANCE ON ist ein Projekt, das den Erfahrungsschatz und das künstlerische Potenzial von Tänzer*innen über 40 Jahren auf einzigartige Weise erlebbar macht. Es wurde 2018 unter der Leitung von Ty Boomershine neu aufgelegt.


29.2.: Kick-Ass-Queereeoké @ Kampnagel

Geiz ist geil – so viel gab es schon im ersten Teil der HEILIGEN ZWIESPALT TRILOGIE zu erfahren. Hat aber voll den schlechten Ruf. Ehrgeiz hingegen gilt allgemein als der Schlüssel zum Erfolg schlechthin. Selbstoptimierung durch Tugend ist daher ein wichtiges Unternehmen. Das Schöne am Scheitern ist ja, dass es Spaß macht, den anderen dabei zuzugucken. Wie gut, dass man bei Kick-Ass-Queereeoké auch noch darüber singen kann!


5. – 7.3.: Anta Helena Recke: Die Kränkungen der Menschheit @ Kampnagel

Nach ihrer Schwarzkopie von Anna-Sophie Mahlers Inszenierung MITTELREICH, für die Anta Helena Recke 2018 zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, setzt die ITI-Theaterpreisträgerin und Nachwuchsregisseurin des Jahres 2018 (Theater Heute) ihre kritische Auseinandersetzung mit dem noch immer vorwiegend weißen Kunstkanon fort. Ob die westliche Bevölkerung noch immer die Illusion einer überlegenen weißen Menschheit hege, ist eine der Ausgangsfragen für ihre neue Produktion „Kränkungen der Menschheit„, die im September 2019 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wurde.


27.-29.3.: HYBRID @ HELLERAU

HYBRID wird in den nächsten Jahren als internationale Plattform, Festivalformat, Labor, Experimentier- und Diskursraum der Künste im Digitalen Zeitalter in HELLERAU etabliert. Im Fokus stehen vor allem internationale und lokale Künstler*innen und Kollektive, die Schnittstellen von Technologie, Wissenschaft, Philosophie und Gesellschaft erkunden, sichtbar machen, diskutieren und weiterentwickeln. Zentrale institutionelle Partner sind Ars Electronica (Linz), ZKM (Karlsruhe), Onassis STEGI (Athen), IRCAM (Paris), YCAM (Japan) und die GOETHE Institute. Die erste Ausgabe von HYBRID in Kollaboration mit dem internationalen Festival und Netzwerk MUTEK wird von kanadischen Electronic Sound und New Media Artists aktiviert. Außerdem werden u.a. gemeinsam mit THE CONSTITUTE (Berlin/Dresden), PYLON (Dresden), objekt klein a (Dresden) lokale Initiativen und Projekte im internationalen Diskurs präsentiert. Das Projekt HYBRID – Cutting Edge Canada ist Teil des Kulturprogramms von Kanadas Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2020. Es wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada.


3. und 4.4.: Interdisziplinärer Parkour der freien Szene in Sachsen

Einmal jährlich präsentiert HELLERAU an zwei Tagen im gesamten Haus künstlerische Positionen von freien Künstler*innen aus ganz Sachsen zu einem vorher festgelegten Thema. Gezeigt werden Arbeitsskizzen, Kurzstücke, Tryouts und kleinformatige Projekte unterschiedlicher Genres.


12. bis 15.3.2020 AKADEMIE zeitgenössischer Theaterjournalismus MODUL 3 „Ökonomien & Perspektiven“ @Kampnagel


13. bis 16.3.2020 AKADEMIE für Performing Arts Producer #3, MODUL 2 @Künstlerhaus Mousonturm


23. bis 26.4. AKADEMIE für Performing Arts Producer #3, MODUL 3 @ HAU Hebbel am Ufer


10. bis 13.6.2020 CLAIMING COMMON SPACES III „Utopian Realness“ @ Kampnagel Hamburg