©Dirk Rose 2019

AKADEMIE für zeitgenössischen Theaterjournalismus

Die journalistische Berichterstattung über die heterogene Landschaft der Freien Produktionen, ihre Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen, Protagonisten und Ästhetiken ist ebenso voraussetzungsreich wie anspruchsvoll. Das Bündnis internationaler Produktionshäuser bietet nun einen Rahmen, um über die Rolle von Journalismus und Kritik im ‚Freien Theater‘ zu sprechen. Durch gemeinsame Reisen zu den verschiedenen Häusern können die Journalist*innen einen tieferen Einblick in die Arbeitsstrukturen der Freien Szene, ihre unterschiedlichen Profile und Programme gewinnen. Im direkten Gespräch mit Künstler*innen erfahren sie mehr über Arbeitsweisen, Fragestellungen und Strukturen und diskutieren in der Gruppe, wie sich künstlerische Arbeiten in Sprache und Text übertragen lassen. Zugleich soll zur Diskussion gestellt werden, welche Rolle Theaterkritik und Journalismus heute im öffentlichen Diskurs spielen, und welche Entwicklungen dort künftig denkbar und wünschenswert sind. Vor allem aber soll die Akademie auch als Ort der Reflexion und Einübung journalistischer Praxis dienen – unterschiedliche Formen des Schreibens über konkrete, in ihrer Zusammenstellung möglichst heterogene Projekte der zeitgenössischen darstellenden Künste bilden die Grundlage für den gemeinsamen Austausch, Reflexion und gegenseitige Kritik an der Kritik.
Konzept: Esther Boldt (Autorin & Theaterkritikerin) und Dr. Philipp Schulte (Dramaturg und Autor; Geschäftsführer der Hessischen Theaterakademie, Dozent an der Norwegischen Theaterakademie).

Bitte finden Sie unten den OPEN CALL. Der Bewerbungsschluss war am 30. Mai 2019. Die Akademie begann mit 20 Teilnehmer*innen im Herbst 2019.

Das Programm des 1. Moduls zum Thema „Journalistische Praxen“ fand vom 14. bis 17.11. auf PACT Zollverein in Essen statt:
Feldvermessung I: Regionaljournalismus mit Dorothea Marcus (Kulturjournalistin und Theaterkritikerin u.a. für Theater heute, nachtkritik.de und Deutschlandfunk) und Dr. Dorothee Krings (Redakteurin im Ressort Kultur bei der Rheinischen Post)
Feldvermessung II: Onlinejournalismus mit Dr. Christian Rakow (stellvertretender Chefredakteur von nachtkritik.de)
Impulsreferat: Was ist Kritik? von Prof. Dr. Martin Seel (Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt)
Feldvermessung III: Rolle der Kritik – Podium mit Eva Behrendt (u.a. Theater heute), Angela Vucko (Leitung Kommunikation tanzhaus NRW) und Eva Meyer-Keller (Künstlerin und Choreografin)
Künstlerisches Programm: „Living Matters“ (UA) von Eva Meyer-Keller bei PACT und „Bartók / Beethoven / Schönberg“ von de Keersmaeker/ Rosas im tanzhaus NRW.

Das Programm des 2. Moduls untersucht, welche Wege es für künstlerische Produktionen und Diskurse gibt, um die Öffentlichkeit zu erreichen? Welche Erfahrungen mit Theaterberichterstattung erfahrene JournalistInnen haben? Mit Dr. Kai van Enkels, Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll, Lisa Lucassen /SHE SHE POP und vielen anderen – dieses Mal in HELLERAU, wo von 16. bis 19. Januar 2020 das 2. Modul des Weiterbildungsprogramms stattfindet.
Das 3. und abschließende Modul findet vom 12. bis 15. März 2020 auf Kampnagel in Hamburg zu dem Thema „Ökonomien und Perspektiven“ statt.

Hier im Gespräch mit WDR 3 berichtet Esther Boldt über die Hintergründe der Akademie.