Akademie für Performing Arts Producer

Das Bündnis internationaler Produktionshäuser e.V. hat 2018 zum ersten Mal eine Ausbildung für Produzentinnen und Produzenten angeboten und sich damit für ein in der Freien Szene immer wichtiger werdendes Berufsfeld engagiert. Die Akademie für Performing Arts Producer widmet sich der Vermittlung von Kompetenzen für das Produzieren im deutschen und internationalen Kontext der Performing Arts und beleuchtet die Rolle freier Produzent*innen im partnerschaftlichen Dreieck zwischen ihnen, den Künstler*innen und den Produktionshäusern. In Workshop-Formaten werden unter der Leitung von Expert*innen aus dem In- und Ausland sowohl rechtliche und administrative Grundlagen vermittelt als auch Methoden und Werkzeuge für das Produzieren in Deutschland und im internationalen Kontext erarbeitet. Es werden Netzwerke und Plattformen vorgestellt und Strategien sowie Modelle für das Produzieren in den freien szenischen Künsten entwickelt.

Die Akademie wird seit 2018 angeboten und mit den Erkenntnissen aus den ersten Jahrgängen kontinuierlich weiterentwickelt. Sie wurde von der international tätigen Produzentin Katja Sonnemann entwickelt und durchgeführt.

Für die dritte Ausgabe lagen knapp 60 Bewerbungen vor. Die Jury – bestehend aus VertreterInnen vom Künstlerhaus Mousonturm, HAU Hebbel am Ufer, tanzhaus nrw, Hochschule für Bildende Künste Dresden sowie der Akademie-Leiterin Katja Sonnemann – wählte in ihrer Sitzung Anfang November 2019 22 Personen aus, die ab Januar 2020 an dem dreiteiligen Weiterbildungsprogramm teilnehmen werden.

Im 1. Modul, das vom 23. bis 26. Januar 2020 auf PACT Zollverein stattfindet, beschäftigen sich die Teilnehmenden mit dem Berufsbild der Produktionsleiter*in und Produzent*in und deren Unterschieden. In vier Tagen werden sich Referent*innen aus England, Frankreich, Belgien, der Republik Moldau und Deutschland in Workshops und Vorträgen gemeinsam mit den 22 Teilnehmer*innen, der Moderatorin Rivca Rubin und der Akademie-Leiterin Katja Sonnemann Fragen der eigenen Arbeitspraxis, des eigenen Profils und Formen der Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Produktionshäusern widmen. Wir freuen und auf Judith Knight (Artsadmin, UK), Karen Verlinden (Hiros, BE), Marion Le Guerroué (ECHELLE 1, F), Nora Dorogan (teatru-spălătorie, MD), Béla Bisom (transmissions, D) und weitere Gäste.

Das zweite Modul sollte Mitte März in Frankfurt im Mousonturm stattfinden, musste aber leider wegen Covid-19 kurzfristig abgesagt werden. Das Programm wurde modifiziert und fand an vier Tagen Ende April online statt. Die Referent*innen Marie Le Sourd (on the move), Janina Benduski und Stefanie Frauwallner (BFDK), Sonja Laaser (Rechtsanwältin) und Lena Prabha Nising waren online dabei und haben sich gemeinsam mit den 20 Teilnehmer*innen mit Fragen nach (internationaler) Zusammenarbeit und Vernetzung beschäftigt. Welche nationalen und internationalen Netzwerke gibt es? Was bedeuten Koproduktion, Kooperation und Distribution im Kontext der eigenen Praxis und welche neuen Herausforderungen stellen sich in der aktuellen Lage? Wie verändert sich (internationales) Arbeiten mit Blick auf Nachhaltigkeit, Diversität und Covod-19? Und welche rechtlichen Grundlagen gilt es im internationalen Kontext zu beachten?
Das dritte Modul wird nun für September in Berlin @ HAU Hebbel am Ufer geplant und kann hoffentlich – mit Abstand – stattfinden.